Tag: 5. Oktober 2021

Ian Nepomnjaschtschi – Der WM-Herausforderer 2021

Foto: Lennart Ootes

 

Jan Alexandrowitsch Nepomnjaschtschi wird der Herausforderer von Weltmeister Magnus Carlsen bei der Schachweltmeisterschaft 2021 sein.

Wie er zu diesem schachlichen Erfolg kam, und insbesondere welche Partien er dabei im Kandidatenturnier spielte, wollen wir in diesem Blogbeitrag etwas näher beleuchten.

Das Kandidatenturnier war ein 14-rundiges Doppelrundenturnier, das entscheidet, wer Magnus Carlsen in einem Weltmeisterschaftskampf herausfordert. Die Spieler erhalten 100 Minuten für 40 Züge, dann 50 Minuten für die nächsten 20 Züge, dann 15 Minuten bis zum Ende der Partie. Außerdem haben die Spieler bei jedem Zug ein 30-Sekunden-Inkrement. Die Spieler dürfen erst nach dem 40. Zug ein Remis anbieten.

Mit seiner ersten Partie konnte Jan mit Schwarz gegen Anish Giri, den jungen niederländischen Schachgroßmeister, bereits einen ganzen Punkt sichern!

Foto: Lennart Ootes

Es begann mit einem Englischen Vierspringerspiel, in dem Weiß am Zug mit d4 das Zentrum öffnen wird.

Bereits im 15. Zug gelang es dann Jan mit seinem Turm aktiv den gefesselten Springer auf c3 anzugreifen, während die Weißen Figuren ohne richtiges Angriffsziel eher passiv wirken:

Durch die aktive Dame kann Schwarz großen Druck ausüben und Weiß musste sehr genau spielen um nicht „überrollt“ zu werden.

Nach einigen Abtäuschen kam es zu folgendem Endspiel mit Dame, Turm und Läufer:

Beide haben einen Freibauern – Schwarz auf c4 und Weiß auf a2. Interessant ist auch zu bemerken, dass der schwarze Läufer sich noch nicht von seinem Startfeld entfernt hat. Trotzdem kontrolliert er von c8 aus viele Felder und ist sehr flexibel.

Nachdem einige Figuren in einem spannenden Kampf vom Brett genommen wurden, konnte Jan die Dame behalten, welche nun gegen Läufer und Turm bestehen muss, und gleichzeitig den a2-Freibauern aufhält. In dieser Stellung ist Jan bereits deutlich stärker aufgestellt und kann mit dem Einsatz der Bauern und der aktiven Hilfe seines Königs die weißen Figuren dominieren.

Nach 73 Zügen gab Anish in folgender Stellung auf:

Wir sehen in der Endstellung, dass Schwarz den Bauern und König deutlich besser aufstellen konnte als es Weiß konnte. Jan würde mit seinem König bald dem Bauern zur Umwandlung helfen, entweder nach Txd3 und Bxd3, oder nachdem der König über c3 nach d2 vordringt. Mit Dame und König Seite-an-Seite würde Weiß bald zusammenbrechen.

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